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11
Aug
2011
30.7.2011 - Swissalpine Davos
Der größte Ultra-Bergmarathon der Welt – und der Günzburger Triathlet Dieter Herrmann-Soder, der sich im Jahr seines 60. Geburtstages „einen lang gehegten Traum“ erfüllen wollte, war dabei mit
dem Ziel: „Nur durchkommen, sonst nichts.“ Für ihn war es trotzdem die „ultimativste Herausforderung“, das Extrem-Laufereignis Swissalpine Davos.
5382 Läufer aus 62 Nationen hatten für die 26. Auflage gemeldet, darunter 1400 für die Königsdisziplin K78. Das ist ein Rundkurs über 79,1 Kilometer, gespickt mit 2370 Steigungs- und
Gefällmetern. Der Beginn ließ sich als eine Art Spaziergang an. Aber dann: Anstieg zur 2632 Meter hoch gelegenen Keschhütte, dann weiter zum Kulminationspunkt Sertigpass auf 2960 Metern über dem
Meer, für die meisten selbst gehend nur mühsam zu bewältigen. „Das Härteste, was ich bisher an Wettkämpfen mitgemacht habe“, bekennt der Günzburger Triathlet. „Härter als jeder
Hawaii-Ironman.“
Darauf lassen allein schon die etwas über zwölf Stunden schließen, die er bei eisiger Kälte und prasselndem Regen unterwegs war. Einen Ironman mit 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren
und abschließendem Marathonlauf über 42 Kilometer absolviert Herrmann-Soder in der Regel ungefähr zwei Stunden schneller.
Früh um sieben fiel der Startschuss in Davos. Übernachtet hatte der Günzburger auf einem Parkplatz im VW-Bus. Die Wettervorhersage mit „kühlen Temperaturen und Nieselregen“ entpuppte sich als
Wettersturz mit Kälteeinbruch und Starkregen. Ab dem Kontrollpunkt Keschhütte durfte den Lauf nur noch fortsetzen, wer Kälteschutz- und Regenkleidung trug. Der Steilanstieg zum Sertigpass war
eine Tortur bei zwei Grad plus, atemberaubend dünner Luft und zermürbendem Dauerregen. Während der Hubschrauber die ersten „Bergopfer“ zu Tal brachte, stand den gipfelstürmenden Swissalpinern das
Schlimmste erst bevor: der bedenklich steile Abstieg zum Ausgangspunkt Davos. Herrmann-Soder: „Die qualvollsten 18 Kilometer, die ich jemals hinter mich brachte.“ Schmerzende Beine, total
übersäuerte Muskeln, hochgefährlich glitschige Felsen und rutschendes Geröll.
Herrmann-Soder kam abgekämpft, aber glückstrahlend und vor allem verletzungsfrei ins Ziel, dabei hatte er sich auf diesen Ultra gar nicht speziell vorbereitet. Lust auf ein weiteres Mal
swissalpine? „Irgendwie bin ich schon ein bisschen infiziert“ spricht der Held und schnürt mental schon mal die Laufschuhe. „Aber wenn, dann nur mit vorherigem, intensivem Spezialtraining.“



